Obi kann nur gute Werbung

Neulich haben wir eine Brausehalterung für unsere Duschbrause bei Obi gekauft. Ohne Schlauch, ohne Brause, nur die blanke Halterung. Wir brauchen kein Designerteil, sondern das einfachste vom einfachen, nur den Zweck soll es erfüllen. So griffen wir nach der „Brausestange Tajo“ für nur 16,49 Euro.
Ich mache mich zu Hause gleich ans Werk, bohre die Löcher in die bis dato unversehrten Fliesen und schraube die Halterung an. Optisch sind wir zufrieden. Dann kommt der erste Einsatz, bei dem leider schon das Gewicht unserer Standardbrause die Halterung die Stange entlang nach unten rutschen lässt. Hm, doof. Hält nicht. Wenn wir dann noch das Wasser aufdrehen, dreht sich die Halterung, weil der Rückdruck des Wasserstrahles stärker ist, als die Halterung. Naja, so geht das leider einfach nicht. Ich schraube das Ding wieder ab und fahre wieder zu Obi. Meine primäre Absicht ist es, eine andere Tajo-Stange zu finden, bei der die Halterung fester ist. Ich probiere alle aus, die da noch hängen, aber alle sind sie so labberig wie die unsere. Just als ich dies herausfand, werde ich von einem Herren mit orangem Hemd angesprochen, ob ich denn Hilfe benötige. Er singt zwar nicht, wie in der Werbung, aber dennoch, gut, dass er jetzt da ist.
Ich sage nur meine ersten Satz zur Lage: „Diese Brausestange hält leider unsere Brause nicht.“ Und er darauf gleich: „Ja, klar, was haben Sie denn erwartet, das ist ein Billigprodukt!“ Diese Antwort hat mich dann schon etwas verdutzt und ich meinte, dass ich keine Qualität für ein ganzes Leben erwartet hätte, aber dass wenigstens die Grundfunktion zunächst mal vorhanden ist. Auf meine Frage, warum denn Obi so ein Produkt überhaupt anbietet, von dem der Fachverkäufer von vornherien schon weiß, dass es nicht funktioniert, kam er mit einem unverständlichen Vergleich: „Wenn Sie ein billiges Auto kaufen und das bei einem Unfall zu wenig Sicherheit bietet, dann können Sie es auch nicht mehr umtauschen.“ „Aber es fährt wenigstens!“ – Er winkt ab und wendet sich ab. Da könnte ich fast sagen, dass ich schockiert von diesem Umgang mit Kunden bin. Wenn ich etwas wolle, das hält, dann solle ich zumindest dieses Produkt nehmen. Er zeigt auf eine Halterung für 50,- Euro. Ich frage, ob dies wenigstens den gleichen Schraubabstand wie die andere hat. Negativ, gibt auch keine, die in meine Löcher in der Wand passt. Ich frage, ob es da wenigstens ein Entgegenkommen gebe, denn immerhin habe ich durch ein Obi-Produkt, das nicht funktioniert, jetzt zwei Löcher in der Fliesenwand, die in jedem Fall zu sehen sein werden. „Natürlich nicht!“ („Was für eine doofe Frage!“…schwingt da mit). Ich könne es mir ja überlegen, er gehe schon mal seiner anderen Arbeit nach.
%0,- euro will ich nun wirklich nicht ausgeben, tausche gegen Geldrückgabe um und fahre zu Hornbach. Da finde ich eine Halterung mit variablem Ansatz – passt also in meine Löcher – und darüber hinaus noch mit einer Halterung, die nicht durch eine Feder gehalten wird, sondern geschraubt wird. Perfekt. Gekauft, angebracht, die Frau duscht gerade darunter, funktioniert! Und das für 22,- Euro.

Jippijaijaijippiejippiejei!

Ein Gedanke zu „Obi kann nur gute Werbung

  1. Etosha

    Etwas ganz Ähnliches ist mir auch mal passiert, und ich erinnere mich, ähnlich stinksauer gewesen zu sein.

    Dass der Kunde das Billigprodukt selbst zu erkennen imstande sein soll, ok – soll sein. Aber dass du beim Billigprodukt nicht von (zumindest anfänglicher) Funktion ausgehen kannst, und dich dann auch noch als Trottel hinstellen lassen musst… dieses rotzfreche Umkehren der Situation, das ist schon eine Zumutung. Und ungerecht, dass man hüpfen+kreischen könnte.

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