Kinderaugen und -erfahrungen

Es ist ja nicht neu, dass es für uns erfahrene und dadurch bereits vielseits abgestumpfte Erwachsene etwas tolles ist, ein Kind an der Seite zu haben, weil damit die Wunder dieser Welt wieder gesehen werden können. Aus diesem Kapitel folgende Dinge:

Mein Sohn – der mittlerweile 16 Monate alt ist und gerade mit dem Laufen angefangen hat – sah heute zum ersten Mal bewusst Fische. Im Baumarkt in einem Aquarium. Ob es die Tatsache war, dass diese so schimmerten und sich so anders bewegten oder vielleicht die umgebende Zierde des Lebensraums dieser Fischlein im Aquarium…wir werden es nicht genau wissen können, aber er freute sich und quieckte, der ganze Körper zuckte und er musste einige Momente davor stehen bleiben und mit seinen Händen gegen die Scheibe patschen.

Später passierten wir ein Geschäft, das gerade die Pforte öffnete. Dabei ging auf einer Breite von etwa 8-10 Metern ein Gittertor nach oben. Auch hier Faszination, eher der stillen und überwältigten Sorte. Ein kleiner Mann, leicht schwankend vor einem riesigen Tor, der gerade versucht in seiner bis dato angelegten Gesetzmäßigkeit der Welt dieses Schauspiel einzuordnen.

Hier der große Mann im Supermarkt:

Schon einige Tage vorher hat er etwas anderes herausgefunden, der Forscher: Wasser ist nicht greifbar. Am nahe gelegenen Spielplatz gibt es eine Pumpe und wo er doch alles, was interessant ist, unbedingt greifen und anderen Menschen geben oder vielleicht nur an eine andere Stelle legen muss, so wollte ihm das einfach nicht mit dem toll blitzenden Rinnsal gelingen. So schnell gab er nicht auf und er fand dann doch eine lustige Verwendung: durch Drunterhalten des Gesichtes konnte er sich eine schöne Abkühlung verschaffen.

Durch meinen Hang zu Themen, die Ausscheidungen betreffen, werde ich auch nie ein Problem vergessen, das er hatte, als er etwa drei Monate jung war. Es wollte damals einfach nicht so recht mit dem Stuhlgang klappen, es brachte ihn oft zum Weinen und wir mussten nachhelfen. Dies geschah durch ein Fieberthermometer, dass sein Popöchen öffnete und lockerte und dadurch dem drinnen wartenden Zeugs endlich Freigang verschaffte. Die Schwierigkeit, die er dabei hatte, war folgende: Dadurch, dass er sich anstrengte, sich von der Darmfüllung zu befreien, presste er, was ihn sehr anstrengte und dabei verkrampfte er nicht wenig. Er drückte, was er konnte, und spannte dabei alle Muskeln an, die er so hatte – auch den Schließmuskel! Wie selbstverständlich ist es für uns, bei aller stuhlgängerischen Anspannung, diesen einen Muskel locker und offen zu lassen? Auch das musste gelernt sein und wird mittlerweile natürlich professionell beherrscht!

Das kategorisierende Lernen zeigt sich auch schön beim Bezeichnen von Vierbeinern: Wau-Wau hat er gelernt, das ist ein Hund. Jedoch bezeichnet er auch Rehe oder Rinder so, nicht aber etwa Vögel oder Igel. Tatüü-tatüü ist die Sirene von Einsatzfahrzeugen, die ja bei genauem hinzören auch wirklich nicht Tatüü-Tataa macht. Ebenso die Kirchturmuhr. Die macht nicht bim-bam sondern bam-bam.

Hat er eigentlich auch Recht!

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