Gedanken zur Rente

Nach einem Gespräch mit meinem Bankberater und dem Hören des aktuellen Artikels der Zeit (‚Der große Rentenirrtum‘) habe ich mir – natürlich nicht zum ersten Mal – Gedanken über meine Rente und deren Vorsorge gemacht.

Es ist klar, dass wir, also diejenigen, die noch einige Jahre von dem Renteneintritt entfernt sind, zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat vorsorgen sollen. Da gibt es Riester, die betriebliche Altersvorsorge und wenn man noch ein kleines Gewerbe hat, die Basisrente, die ja eigentlich schon zum Standard gehören. Zum einen sind diese skalierbar, man kann also selbst entscheiden, wie viel (umso mehr umso besser) man monatlich beiträgt. Zum locken die Versicherungen natürlich mit noch vielen weiteren möglichkeiten. Eine Pflege-Zusatz-Versicherung, die auch in eine Rente umgewandelt werden kann, wäre ein Beispiel.

Ich halte mich für lediglich befriedigend ausgestattet in meiner Rentenvorsorge. Um optimal abgesichert zu sein, sollte ich mehr tun. Bei mir mangelt es ein wenig an den verfügbaren finanziellen Polstern. Wenn ich aber so wie kürzlich wieder darauf angesprochen wird und der Versicherungsverkäufer es seiner Aufgabe gemäß schafft, mir etwas Angst zu machen, da überlege ich dann, ob ich nicht doch mehr von meinen alltäglichen Ausgaben hierfür abzwicken kann.

Und so rolle ich meine gesamte Wahrnehmung bezüglich des Rentenvorsorgungsthemas regelmäßig neu auf.

Was ich mich sowieso immer frage ist, wie sicher ich sein kann, dieses Alter zu erreichen. Wenn nicht, dann ist es sehr schmerzhaft, jetzt den Alltag spürbar einzuschränken (und das bedeutet das, was ich jetzt schon mache, auf jeden Fall) und später doch nichts davon zu haben. Dieser „lebe jetzt!“-Gedanke eben.

Aber noch etwas anderes ist heute dazu gekommen. Bei allen Dingen, die man sich in der Zukunft vorstellt, ist es ja so, dass man eigentlich gar nicht weiß, wie es denn wirklich ist, wenn die Zeit da ist. Insbesondere wenn es darum geht, einzuschätzen, wie man selbst diese Situation bewertet und empfindet.

Wir denken uns alle jetzt, es soll ein Rentenalltag sein, in dem ich keine Verpflichtungen mehr habe und von dem Geld, das ich bekomme, zumindest ordentlich leben kann. Angestoßen durch den o.g. Artikel der Zeit frage ich mich aber, ob ich das wirklich so empfinde und mir so wünsche, wenn ich dann dieses Alter erreicht habe. Studien zeigen anscheinend, dass immer mehr Rentner arbeiten. Und das, weil sie es wollen, nicht weil sie müssen. Immer mehr äußern den Wunsch, ihren alten Job weiterhin ausüben zu dürfen.

Ich arbeite am PC und beratend für Kunden unserer Firma. Prinzipiell also Dinge, die ich zumindest größtenteils machen könnte, so lange ich geistig fit bin. Körperlich darf ich schon noch einiges abbauen, ohne mich dadurch gleich zu disqualifizieren.

Was also, wenn ich auch zu denen gehöre, die unbedingt arbeiten wollen bis sie, ähm, ja, bis sie was? Bis zum Tod? Ja wieso nicht? Klar kann es sein, dass ich nicht auch mit 65 noch 60 Stunden pro Woche arbeiten möchte. Etwas lockerere und flexiblere Arbeitszeiten wären schon wünschenswert. Aber das sind schon wieder zu viele Details. Ich brauche ja auch kein volles Gehalt mehr, denn erstens habe ich ja bestimmt einen gewissen Rentenbetrag und außerdem muss ich ja nicht das Verdienstlevel behalten, das ich jetzt habe. Denn auch meine Verpflichtungen werden weniger werden.

Auf was meine Gedanken hinaus laufen: Lohnt sich die Einschränkung, die ich jetzt mitten im Leben und in der Kindheit meines Sohnes hinnehme, um es später gut zu haben? Neben den schon länger existeirenden Zweifel-Gedanken des optionalen Ablebens vor der Rente hat sich jetzt der dazu gesellt, der fragt, ob ich mir denn unter Rente auch wirklich Ruhestand, also nicht-Arbeit vorstelle und wünsche.

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