Kategorie-Archiv: gewesen

Na schöne Feiertage dann mal…

Meine Frau hat neulich in einem online-shop etwas an einem Samstag bestellt am darauffolgenden Montag gesehen, dass 40% Rabatt auf alle Artikel gewährt werden.

Daraufhin versuchte sie mit folgender Mail, den Nachlass auch für ihre Bestellung anwenden zu dürfen (Nachricht ungekürzt):

Liebes XY-Team,

ich habe am Sa den 19.12.2009 meine Bestellung unter der Auftrags-Nr.: xxxx und der Kunden-Nr. xxxx bei Ihnen aufgegeben und auch sofort bezahlt.
Nun habe ich gesehen, daß Sie einen Rabatt von 40% auf das gesamte Sortiment geben und war etwas enttäuscht, daß man mich nicht darauf hingewiesen hat (denn da es heute früh erst auf der Seite zu sehen war, stand das sicherlich am Samstag schon fest!)
Ich habe eine Gesamtsumme von xx,xxEUR.

40% Rabatt entsprächen hier also xx,xxEUR.

Ich hoffe daß Sie trotz Ihrer Geschäftsaufgabe noch guten Kundenservice beweisen und mir den Betrag von xx,xxEUR zurück überweisen:

Kontoinhaber: XY XY
Bank: XY XY
BLZ: xx xx xx
Kto.-Nr.: xx xx xx

oder alternativ auf das PayPal-Konto: xx xx xx

Vielen Dank schonmal im Vorraus.
Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen
XY XY

Telefon: xx/xx

Zugegeben, ein sehr direkter, aber dennoch nicht unfreundlicher Versuch.

Die Dame, die diesen shop inne hat oder zumindest ihre E-Mail bearbeitete, muss wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden sein. Die direkte Antwort war folgende (ebenfalls ungekürzt):

Sehr geehrte Frau XY,

wir können gerne die Positionen tauschen und Sie haben ein schwerstkrankes, schwerstbehindertes Kind – vielleicht würden Sie sich dann mit Ihren Forderungen etwas zurük nehmen.

Der Rabatt gilt ab Heute und nicht auf zurückliegende Bestellungen – das wird im Übrigen überall so gehandhabt.

Da die Ware leider schon an Sie versendet wurde, schicken Sie diese doch einfach zurück! Auf Kunden wir sie verzichte ich gerne – die meinen sie müssen mir etwas über guten Kundenservice erzählen!

Ein geruhsames Weihnachtsfest und ein gesundes erfolgreiches Jahr 2010

XY XY

Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht die allgemeine diesjährige Weihnachtsstimmung wiederspiegelt.

Schöne Feiertage euch allen!

Bahngeschichten

Auch wenn ich heute sportlicher Weise mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin, so bin ich grundlegend derzeit doch öffentlicher Verkehrsmittelbenutzer. Das ist ganz schön und auch angenehm, besonders, da die Verbindungen (Bus->Zug->Ubahn) für meine Ansprüche recht gut in ihrem Zeitplan liegen.

So habe ich mir auch eine Jahresabokarte besorgt und muss mich nicht um Tickets bemühen. Vor einigen Wochen aber hatte ich meine Karte im Bus verloren. Das wusste ich deshalb so genau, da ich sie dem Busfahrer noch zeigte und gleich nach dem Aussteigen am Bahnhofsplatz in die Tasche griff und sie nicht mehr fand. Der Bus war dann aber auch schon weg. Musste das Telefonat gewesen sein, denn ich hatte mein Handy aus der gleichen Tasche rausfummeln müssen, in der ich auch die Karte hatte.

Nun gut, musste ich eben für 2,60 Euro eine Einzelfahrkarte kaufen. Hin und zurück jeweils das gleiche Spiel. Im Fundbüro wurde meine Karte anscheinend nicht abgegeben, jedoch wurde ich vertröstet, sowas könne auch schon einmal dauern. Nun hatte ich mir eine Woche Zeit gegeben und just am letzten Tag fand ich den Umschlag mit der Karte im Briefkasten. Happy End also und grob 25,- Euro Umkosten deswegen. Hatte ja täglich Fahrkarten gekauft und den Bus nicht mehr benutzt sondern bin zu Fuß bis zum Bahnhof gelaufen.

Einige Tage später sitzt mir im Zug eine Frau gegenüber, die bei der Kontrolle kurz in ihrer Tasche wühlt und dann zum Schaffner sagt, sie hätte ihre Abokarte in der anderen Tasche vergessen. Naja, sagt der Schaffner, zeigen Sie sie halt mal vor, oder so ähnlich. Seine genauen Worte verstand ich nicht, jedenfalls notierte er nichts und ging einfach weiter.

Gestern passierte mir das gleiche: ich hatte meine Karte nicht wie es sich gehört in meinen Geldbeutel getan, sondern sie in der Tasche gelassen, die ich gestern nicht dabei hatte. Auf der Hinfahrt wurde ich nicht kontrolliert. Ich hatte mir aber recht gut überlegt, gleich meinerseits anzubieten, dass ich diese gerne am Bahnhofsschalter vorzeigen werde! Auf der Rückfahrt aber, da kam der Schaffner, ich erklärte ihm die Situation und er meinte ganz nett, das sei durchaus möglich, er bräuchte nur meinen Ausweis. Er notierte einige Dinge in sein mobiles Rechenzentrum und druckte mir einen Zettel aus. Mit diesem solle ich zum Schalter gehen und die Karte vorzeigen. Das würde eine Gebühr von 7,- Euro kosten.

Bah! Mehr als mich zwei Einzelfahrkarten gekostet hätten!

Warum gönnt mir denn niemand eine Freifahrt auf Grund Vergessens?

Eis muss nicht sein

Die, die mich kennen, wundern nicht selten darüber, dass ich kein Eis mag. Als Kind schon gar nicht und jetzt – naja – so ab und zu tue ich es mir an. Dann habe ich aus unerklärlichen Gründen plötzlich Lust drauf, allerdings sollte dann auch viel Beiwerk, etwa Früchte, dabei sein. Ein pures Eis, also etwa eine Kugel auf einer Waffel oder einem Becher, das passiert alle zwei Schaltjahre einmal.

Auch wenn gerade kein Schaltjahr ist, kürzlich war es soweit. Ich ließ mich überreden, mich zu einer Kugel einladen zu lassen. Ich entschloss mich für ein Meloneneis, was auch gut roch und dann sogar ganz gut schmeckte. Aber ich wurde dennoch gequält: der Herr an der Eistheke hatte einen guten Tag und meinte es gut mit all seinen Kunden.

Bei mir hatte er mit dieser einen (als Zahl: 1) Kugel aber nur eines bewirkt: ich werde da niemals mehr hingehen!

Vatertag

Eigentlich bin ich gerade gar nicht hier. Ich bin nämlich unterwegs auf meiner Vatertags-Fahrradtour, die ich mir mal endlich wieder gönnen wollte. Die erste Tour auf dem Drahtesel sollte es sein, ich habe diese Bewegung schon sehr vermisst. Frau und Kind geben mir ein tolles Geschenk und gönnen sich nach dem Frühstück ein entspannendes Vormittagsschläfchen und ich mach los…

Aber es kam alles ganz anders – sonst wär ich ja jetzt nicht hier, wie gesagt. Bevor ich zu meinem Gefährt im Schuppen gehe, hole ich mir die Fußpumpe aus dem Auto, denn nach dem langen Stehen, brauchen die Reifen bestimmt etwas Luft, bin ich mir sicher. Als ich aber mein Hinterrad erblickte, war ich doch etwas verwundert: es war nicht nur lau, sondern plotzeleer! Da war absolut keine Luft mehr zwischen Felge und Schlauch. Hm, komisch. Ich werde mal sicherheitshalber die Pumpe in meine Tasche packen und auf die Reise mitnehmen.

Ich schiebe das Fahrrad in den Hof und fange zu tretpumpen an. Doch auch hier: nicht der gewünschte Effekt: Die Pumpe ist defekt, der Schlauch hat einen beachtlichen Riss. Ach ja…kurz Schultern nach unten werfen und dann: auf zur Agip, die glücklicherweise gleich hier nebenan ist. Ich schiebe mein geliebtes Zweirad hintergewichtentlastend bis zur Tanke und schnappe mir die Luftpumpe. Erst noch den Reifen zurechtgeschoben, so dass das Ventil auch wieder ordnungsgemäß durch das Loch der Felge schaut und: angesetzt. Ein Knopfdruck und: der Reifen zeigt schnell wieder Form. Der optimale Druck für meinen Reifen ist 4 bar. Maximal dürfen es 5 sein. Ich mache kurz halt, um zu sehen, wie viel schon drin ist: genau 3 sagt die Anzeige. Also: noch ein kurzer Druck. Ich habe den Knopf noch gar nicht richtig berührt, da fällt ein Schuss direkt in meiner Nähe, mein rechtes Ohr pfeift. Besser als tot, denk ich mir, und sehe dann, dass die Gefahr nicht wirklich so groß war: mein alter Reifen hatte soeben lautstark seinen Dienst quittiert.

Yeah! Das war doch mal ein außergewöhnlicher Ausflug, an den werd ich mich erinnern!

Also, Fahrrad dort gelassen, heim gelaufen, Kindersitz aus Auto ausgebaut, zur Tanke gefahren, Rad eingeladen, Heim gebracht, Auto wieder in Ausgangszustand gebracht und wieder in die Wohnung. Kind und Frau noch seelenruhig liegend und ich, ich würd jetzt doch in Herrentagsmanier ein Bier trinken, wär es nicht erst halb elf.

Allen Vätern da draußen wünsch ich ebenfalls einen Tag mit tollen Erlebnissen!

Kurios

Wir bieten Direct Marketing im Medium Internet und dabei spielt natürlich Email-Marketing eine große Rolle. Kürzlich hat sich eine Dame bei uns beworben, die uns Programmierer unterstützen will. Kein Wunder, war die Stelle ja immerhin ausgeschrieben 😉

Sie hat Vorkenntnisse und Erfahrung vorzuweisen, arbeitet seit vielen Jahren in diesem Bereich, allerdings selbständig. Eine Anstellung in diesem Bereich hatte sie nicht. Laut Angaben in ihrem Lebenslauf hat sie aber bereits an komplexen Projekten mitgearbeitet und bezeichnet sich selbst als sehr kompetente Entwicklerin.
Um den Vorfall zu verstehen, noch eine kurze Hintergrundinfo zu unserer Firma: die Firmenadresse, die auch auf unserer Internetseite zu finden ist, ist nicht die, unter der wir derzeit zu finden sind. Und so schrieb mein Kollege D., der das Gespräch mit ihr führen wollte, ihr drei Tage vor dem Termin folgenden Satz per email:
„Das Bewerbungsgespräch findet am 17.02.2009 in der Dingsbumsstraße 2 statt.“

Sie bestätigte per email, der Termin rückte näher und wir warteten gespannt. Es zeichnete sich ab, dass sie sich wohl verspäten würde. Kann durchaus passieren, da sie ortsfremd ist und wir in einem Einbahnstraßen-Dschungel versteckt sind. Doch die Zeit schritt voran und sie kam einfach nicht. Zwei Stunden später erhält D. eine email von ihr, in der sie sich darüber beschwert, dass sie zu dem vereinbarten Termin niemanden im Büro antreffen konnte. Diese email schrieb sie als Antwort auf die von D., also war der Originaltext von D. auch zu sehen. Und da stand folgendes in der oben gezeigten Zeile geschrieben:
„Das Bewerbungsgespräch findet am 17.02.2009 in der Firmenadresse 1 statt.“

Das Beste: sie hatte sogar noch angerufen und sich nochmal beim Chef selbst beschwert, der zu diesem Zeitpunkt allerdings schon Bescheid wusste. Sie wollte halt durch und durch glaubwürdig wirken. Das alles bei ihrer großen Erfahrung. Bestimmt wusste sie, dass emails auch einen eigenen Quelltext haben und Änderungen nachvollziehbar bleiben. Sie hat uns den Tag doll bespaßt und wir haben beschlossen, ihr keine zweite Chance zu geben. Aber die will sie ja wundersamer Weise auch nicht…

Es weihnachtet

Dieses Jahr ist mir Weihnachten zum ersten Mal heute bei Aldi begegnet:

Nachdem ich an der Kasse meinen Einkauf bezahlt hatte, schob ich meinen Einkaufswagen an das hinter den Kassen befindliche Fensterbrett und wollte da mein erworbenes Gut in die Tasche packen. Dabei fiel mir ein Autoschlüssel auf, der auf der Fensterbank lag. Ich nahm ihn und gab ihn der Kassiererin. Wir stimmten beide darin überein, dass der Eigentümer nicht lange auf sich warten lassen würde, immerhin kann er oder sie ja nicht wegfahren.

Ich widmete mich wieder meinem Einpacken und hörte, wie die eine Kassiererin der anderen zurief, dass ein Autoschlüssel abgegeben worden sei. Dies wiederum hörte eine weitere Kundin und gab sich als die Eigentümerin zu erkennen. Ich hörte dann, wie die Kassiererin ihr sagte, dieser Herr (sie meinte mich) hätte ihn abgegeben. Ich schaute auf, sah den Fingerzeig in meine Richtung, während genau in diesem Moment ein weiterer Kunde zwischen uns durch den freien Raum lief. Die Eigentümerin bedankte sich bei diesem, wie hätte sie auch wissen sollen, dass ich gemeint war. Das beste aber: dieser Herr sagte einfach: „kein Problem, gerne!“.

Wo jetzt hier Weihnachten ist? Na der treueste unter euch Lesern weiß ja bestimmt, dass sich Weihnachten in meinem Inneren abspielt. Ich habe mich über die Situation gefreut, im Hintergrund gestrahlt und war belustigt ohne nur auch den Hauch eines Wunsches zu verspüren, die Situation aufzuklären.

Frohe Feiertage euch allen!

Extragroße Leistung

Ich hatte in einem der angeblich größten Möbelhäuser Europas vor einiger Zeit einen Tisch und vier dazugehörige Stühle gekauft. Den Tisch konnte ich gleich mitnehmen, die Stühle würden noch geliefert und ich dann benachrichtigt. So auch kurze Zeit später geschehen, die vier Stühle können abgeholt werden, hieß es.

Ich schwinge mich in mein praktisches Kombigefährt und fahre früh los, denn an diesem Tag sollte ich genau um 12:00 Uhr zum Arbeiten anfangen. Ohne Frühstück stehe ich schon kurz nach 10:30 an der Kasse, bezahle und nehme meinen Abholschein für das Lager entgegen. Damit gehe ich dann den weiten Weg zu ebenjenem Lager und reiche den Schein dort einem beschäftigt wirkenden Mitarbeiter. „Jawohl, sofort“, bestätigt er und verschwindet. Ich freue mich, dass alles so zügig klappt, so kann ich auf dem Weg zur Arbeit noch irgendwo einen Happen zu mir nehmen. Vor mir werden zunächst noch einige Kunden mit ihren Waren bestückt, die schon vor mir warteten. Und nach einiger Zeit auch die, die erst nach mir kamen. Naja, ich denke mir noch nichts dabei, halte aber dennoch meine Uhr im Auge. Als ich schon mehr als 20 Minuten vor der Ausgabe warte, frage ich zum ersten mal nach. Bei einem Kollegen des ersten Mannes. „Ja ja, die Stühle sind ganz hinten, das dauert eben ein wenig!“ Ah, ok. Hm, gut. Ich warte weiter. Nach weiteren 20 Minuten frage ich doch nochmal mit einem dezenten Hinweis darauf, dass ich zur Arbeit muss und darauf, dass ich schon 40 Minuten hier stehe und warte. Wieder erhalte ich eine ähnliche Antwort. Es sei eben viel los, ich bräuchte eben etwas Geduld. Nach einer weiteren viertel Stunde sage ich, dass ich jetzt gehen müsse, ob die Stühle denn jetzt noch kämen. Ja, einen Moment noch, und tatsächlich, jetzt werden sie herbeigerollt. Na super. Jetzt noch schnell eingeladen nd losgefahren. Ich rufe schnell in der Arbeit an und erkläre, warum ich zu spät kommen werde, kaufe mir beim Bäcker noch ein großes Sandwich, das ich dann in unseren Kühlschrank lege. Nach zwei Stunden Arbeit hält mein Magen es einfach nicht mehr aus. Ich gehe in die Küche und – und muss tatsächlich sehen, dass ein Kollegenschw… mein Sandwich geklaut hat!!!! Das ist zu viel! Selten, aber jetzt raste ich doch fast aus und durchforste mit Mordgedanken die Pausenräume. Aber der Dieb ist verschwunden.

Und doch habe ich den Tag überlebt. Durch Madame Lilas Post bin ich an diese Geschichte erinnert worden, denn eine Woche nach diesem Vorfall erhalte ich ein Schreiben dieses Möbelhauses mit der Nachfrage, wie ich denn mit dem Service zufrieden gewesen sei. Nicht meine Art, solche XXL-Fragebögen auszufüllen, diesmal aber nehme ich es mir heraus und erläutere, sogar unter Beigabe eines Extrablattes, diesen Tag mit den Folgen für mich, die aus dem miserablen Service resultierten. Und was passierte: löblich löblich: ich erhalte einen 50,- Euro Gutschein! Das hat doch tatsächlich wieder meinen schmerzlichen Hunger nachträglich gemildert!