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Wegen mir is deinetwegen nur optional

Es war für mich bis vor einiger Zeit immer so natürlich, so wohlklingend selbstverständlich wenn ich „wegen dir“ sagte, hörte oder las. Jetzt wurde ich aber immer häufiger deswegen kritisiert und zurechtgewiesen. Zurecht auch, denn die Regeln der deutschen Grammatik sprechen eine klare Sprache. Zu ‚wegen‘ gehört nun mal der Genetiv und nicht der Dativ, so die Regel.

Doch mein Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, das wollte einfach nicht schwinden. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dieses Gefühl am besten durch mein Verständnis über das Zustandekommen von grammatikalischen Regeln zu beschreiben ist.

Sprachliche Regeln entstanden historisch gesehen quasi von selbst. Nein nicht von selbst, sondern durch den Gebrauch der Sprache in Völkergruppen. Es gab ungeschriebene Übereinkünfte darüber, was korrekt und was falsch ist. Irgendwann wurde damit begonnen, diese Regeln festzuhalten und zu notieren. Das macht natürlich viel Sinn: damit kann man Verständnis schaffen, Menschen das Lernen fremder Sprachen erleichtern, man schafft Begriffe, mit denen man gezielter über Sprache selbst reden kann u.v.m.

Und da ist auch schon das Zentrum dessen, was mich nicht zur Ruhe kommen ließ: Was korrekt und was falsch ist, wird von den festgehaltenen grammatikalischen Regeln nicht bestimmt, sondern beschrieben. Festgelegt wurde und wird es von den Sprechern/-innen einer sprachlichen Gemeinde. So ist natürlich auch heute noch Sprache im Wandel und die Regularien werden regelmäßig angepasst. Es ergibt sich von selbst dass die Beschreibung der Konventionen des Sprachgebrauchs immer zeitlich der eigentlichen Entwicklung und damit dem aktuellen Stand hinterher hinken muss.

Ich habe auf den Seiten des Instituts für deutsche Sprache einen Artikel von Bruno Strecker gefunden, der mir aus der Seele spricht. Weiterlesen

Nachrüstung – Atomwaffen – Verhalten des Westens

Zu meinem Artikel Iran und die Atombombe gab es keinen einzigen Kommentar. Vielleicht ist die zentrale Frage, warum der Iran denn eigentlich keine Atomwaffe haben darf nur schwer guten Gewissens in der Form zu beantworten, die auf ein klare Ablehnung seines Rechtes darauf hinauslaufen würde. Andererseits aber mag vielleicht niemand aussprechen, dass es der Iran ja eigentlich im Sinne der Behandlung aller nach gleichen Maßstäben dürfen sollte. Harter Tobak, schwer für unsereiner Gewissen?

In der aktuellen Entwicklung auf dem Weltrüstungsmarkt gibt es erneut Nahrung für mich und mein Unverständnis darüber, wie sich der Westbürger so selbstverliebt und selbstverständlich hinstellen und fordern kann, ein anderes Land dürfe das nicht tun, was er aktiv betreibt und immer weiter verfolgt, verfeinert und ausbaut.

An (mindestens) drei Stützpunkten in Deutschland hat die US-amerikanische Regierung B61-Atomwaffen gelagert. Jeweils zwischen 10 und 20 Stück, genaue Zahlen sind geheim. Beispielsweise in Büchel/Rheinland-Pfalz.

Diese sollen nun modernisiert werden. Das bedeutet, dass sie mit einer Technik ausgerüstet werden, die sie deutlich zielgenauer macht und damit ihren militärischen Wert steigert. In der Praxis hieße das, dass sie nicht mehr wie bisher von Kampfjets über dem Zielgebiet abgeworfen werden müssen. Diese Variante (B61-12, Sprengkraft 4fach die der Hiroshima-Bombe) kann durch Langstreckenbomber abgeworfen werden, womit die indirekte Reichweite deutlich steigt.

Unter diesem Gesichtspunkt erneut die Frage: Weiterlesen

Iran und die Atombombe

Zu dem Thema selbst brauche ich denke ich nichts Einführendes sagen. Die ganze Welt, allen voran Israel, ist sehr darum bemüht, den Iran daran zu hindern, in den Besitz einer Atombombe zu kommen. Um das zu erreichen, werden fast alle Mittel in Erwägung gezogen und ich könnte mir vorstellen, dass nach der US-Wahl im November diesen Jahres auch das letzte Mittel, ein Angriff auf den Iran, zur Realität wird.
Was mich an der ganzen Sache eigentlich interessiert und was immer in mir geweckt wird, wenn ich Berichte über diesen Konflikt lese oder höre, ist folgende einfach klingende Frage:

Warum eigentlich darf der Iran keine Atombombe haben??

Ja, warum? Weil er gefährlich ist? Das glaube ich nicht. Zumindest akzeptiere ich eine solche pauschale Aussage nicht. Das ist doch ganz klar Ansichtssache. Wir zum Beispiel, die Deutschen, sind auch gefährlich! Wir liefern Waffen ich Spannungsgebiete und fördern damit den Bestand der Auseinandersetzungen und sicher auch einige Menschenleben. Die Amerikaner erst! Wie viele Menschen haben unschuldiger Weise durch sie bereits Leben verloren? Aus Sicht der Iraner gibt es noch weit mehr Gründe, die belegen, dass viele Westmächte, die in unseren Augen die Guten sind, in (deren) Wirklichkeit die Bösen sind!

Was ich damit sagen will: wenn wir das Recht haben, den Iran gefährlich zu nennen, dann hat er das Recht, uns auch so einzustufen. Es gibt nicht die eine Realität. Und somit fliegt das Argument raus, basta. Weiterlesen

Aus dem Leben

Eine Familie bekam einen Sohn. Dieser sollte den Namen Horst bekommen, passierte auch so und auf diesen Namen hört er heute auch. Naja, ist ja auch schon über 40 Jahre alt, mittlerweile. Dieser Horst begegnete mir jetzt im Berufsleben, dies auch nur beiläufig und ich werde ihn wohl nicht wieder antreffen.

Das merkenswerte an dieser Geschichte: ich nannte ihn beim Nachnamen und fragte mich dabei immer, was seine Eltern wohl dazu bewogen hat, ihn Horst zu nennen, den Herrn Horstmann junior!?

Obi kann nur gute Werbung

Neulich haben wir eine Brausehalterung für unsere Duschbrause bei Obi gekauft. Ohne Schlauch, ohne Brause, nur die blanke Halterung. Wir brauchen kein Designerteil, sondern das einfachste vom einfachen, nur den Zweck soll es erfüllen. So griffen wir nach der „Brausestange Tajo“ für nur 16,49 Euro.
Ich mache mich zu Hause gleich ans Werk, bohre die Löcher in die bis dato unversehrten Fliesen und schraube die Halterung an. Optisch sind wir zufrieden. Dann kommt der erste Einsatz, bei dem leider schon das Gewicht unserer Standardbrause die Halterung die Stange entlang nach unten rutschen lässt. Hm, doof. Hält nicht. Wenn wir dann noch das Wasser aufdrehen, dreht sich die Halterung, weil der Rückdruck des Wasserstrahles stärker ist, als die Halterung. Naja, so geht das leider einfach nicht. Ich schraube das Ding wieder ab und fahre wieder zu Obi. Meine primäre Absicht ist es, eine andere Tajo-Stange zu finden, bei der die Halterung fester ist. Ich probiere alle aus, die da noch hängen, aber alle sind sie so labberig wie die unsere. Just als ich dies herausfand, werde ich von einem Herren mit orangem Hemd angesprochen, ob ich denn Hilfe benötige. Er singt zwar nicht, wie in der Werbung, aber dennoch, gut, dass er jetzt da ist.
Ich sage nur meine ersten Satz zur Lage: „Diese Brausestange hält leider unsere Brause nicht.“ Und er darauf gleich: „Ja, klar, was haben Sie denn erwartet, das ist ein Billigprodukt!“ Diese Antwort hat mich dann schon etwas verdutzt und ich meinte, dass ich keine Qualität für ein ganzes Leben erwartet hätte, aber dass wenigstens die Grundfunktion zunächst mal vorhanden ist. Auf meine Frage, warum denn Obi so ein Produkt überhaupt anbietet, von dem der Fachverkäufer von vornherien schon weiß, dass es nicht funktioniert, kam er mit einem unverständlichen Vergleich: „Wenn Sie ein billiges Auto kaufen und das bei einem Unfall zu wenig Sicherheit bietet, dann können Sie es auch nicht mehr umtauschen.“ „Aber es fährt wenigstens!“ – Er winkt ab und wendet sich ab. Da könnte ich fast sagen, dass ich schockiert von diesem Umgang mit Kunden bin. Wenn ich etwas wolle, das hält, dann solle ich zumindest dieses Produkt nehmen. Er zeigt auf eine Halterung für 50,- Euro. Ich frage, ob dies wenigstens den gleichen Schraubabstand wie die andere hat. Negativ, gibt auch keine, die in meine Löcher in der Wand passt. Ich frage, ob es da wenigstens ein Entgegenkommen gebe, denn immerhin habe ich durch ein Obi-Produkt, das nicht funktioniert, jetzt zwei Löcher in der Fliesenwand, die in jedem Fall zu sehen sein werden. „Natürlich nicht!“ („Was für eine doofe Frage!“…schwingt da mit). Ich könne es mir ja überlegen, er gehe schon mal seiner anderen Arbeit nach.
%0,- euro will ich nun wirklich nicht ausgeben, tausche gegen Geldrückgabe um und fahre zu Hornbach. Da finde ich eine Halterung mit variablem Ansatz – passt also in meine Löcher – und darüber hinaus noch mit einer Halterung, die nicht durch eine Feder gehalten wird, sondern geschraubt wird. Perfekt. Gekauft, angebracht, die Frau duscht gerade darunter, funktioniert! Und das für 22,- Euro.

Jippijaijaijippiejippiejei!

Neue Techniken und neue Fragen

Schon interessant, was durch die Möglichkeiten der neuen biomedizinischen Techniken möglich wird.
Von dieser Seite wurde das Pferd denke ich noch nicht aufgesattelt. So wie John Humphreys in dem Artikel zitiert wird, finde auch ich, dass dieser Wunsch des Ehepaares egoistisch und rücksichtslos ist. Im Vorfeld zu entscheiden, mit welcher Krankheit ein Kind geboren werden soll, geht doch ein Stückchen zu weit.
Klar ist es teilweise verständlich, dass die Eltern lieber ein ebenso gehörloses Kind haben möchten, wie sie es sind. Die Gefahr der Abkoppelung ist geringer, das Kind wird tiefer in der Gehörlosenwelt der Eltern verwurzelt bleiben.
Dennoch, bei diesem Gedanken steht nur der Wunsch der Eltern im Vordergrund. Ich denke nach wie vor, es sollte dem Zufall überlassen werden. Klar, wenn sich beim Embryo zeigt, dass das Kind gehörlos bleiben wird, dann darf auch nicht abgetrieben werden, wertlos ist so ein Leben natürlich nicht, keine Frage!
Aber von vornherein einem Menschen, der noch nicht mitreden kann, eine lebenslange Einschränkung zu verpassen, finde ich nicht ok.

Freundschaftsdienst

Es ist ein Geben und ein Nehmen. Jede(r) hat Freunde und der eine kann dies gut, der andere hat sich auf das spezialisiert und wenn ich gerade das gut kann, was mein lieber Freund braucht, dann kommt der auf mich zu und fragt, ob ich ihm da helfen könne bzw. ob ich es für ihn erledigen kann.

Früher zu Kindeszeiten gings dabei noch um sowas wie ein Eis besorgen, weil die eigene Mama die Grenze gesetzt hat oder als 16jähriger dem 15jährigen Kumpel das Bier kaufen. Das waren noch ganz einfache Freundschaftsdienste, die nicht wirklich viel von einem abverlangten.

Jetzt im Alter der Professionen, jede(r) hat etwas spezielles gelernt und ist Fachmann oder Fachfrau, nehmen diese geforderten und gewünschten Dienste schon andere Dimensionen an: Hier soll der KfZler mal eben meine Bremsen austauschen oder der Freund wird bei der Firmensgründung mit der Erstellung der Internetpräsenz „unterstützt“ (es fühle sich bitte niemand angesprochen *g*) oder es werden Geräte verliehen, die zu teuer zum Kauf sind und man braucht sie ja doch nur ganz selten mal u.s.w….

Was alle diese Dienste gemeinsam haben: man macht einen Freundschaftspreis. Was mir in letzter Zeit aber immer öfter in den Sinn kommt: wieso es sich denn nicht so eingebürgert hat, dass dieser Freundschaftspreis über dem ‚Normalpreis‘ liegt? Es ist doch so, dass sich hier zwei Parteien gegenüberstehen, ein gewisses Geschäft machen und auf Grund der Freundschaft verzichtet eine dieser Parteien auf einen Teil des ihr zustehenden, in der Regel auf einen Teil des Geldes, das ihr eigentlich gehört. Er verschenkt quasi etwas davon. Das ist aber immer gleichzeitig die Partei, die die Arbeit verrichtet. Wieso verzichtet nicht die andere Partei auf einen Teil ihres Geldes und zahlt etwas mehr als gewohnt? Das wäre doch mal ein Freundschaftsdienst!

Verkehrte Welt, so denkt ihr? Stimmt. Dann ginge der Freund ja lieber zur Konkurrenz, wenn er dort dann weniger bezahlen muss. Trotzdem, er erwartet ja auch, dass sein Kumpel ihm nicht absagt, obwohl er in der Regel für die gleiche Arbeit von einem ’normalen‘ Auftraggeber mehr Geld bekommt. Zumindest wenn ich der Leistende sein soll, finde ich diese Überlegung sehr wertvoll 😉

Ich weiß, das gehört sich nicht, es war schon immer so und hat irgendwo auch seine Richtigkeit. Trotzdem finde ich die Erwartungshaltung von den „freundschaftlichen Auftraggebern“ oft als eine zu selbstverständliche. Da wird gleich an der Freundschaft gezweifelt, wenn der andere zu lange zögert und nicht überglücklich in die Luft springt, wenn er gefragt wird. Und genau diesen sollte der Gedanke hier mal ins Bewusstsein gerufen werden.

That’s it!

Phänomen

Ist das nicht ein eigenartiges Bild? Während der Fahrt aus dem Auto aufgenommen wirkt alles etwas verschoben. Was mich so verblüfft: die Schräge der Leitplanke ist ganz und gar nicht gleich der Schräge der Bäume im Hintergrund. Muss wohl was mit der Distanz zu tun haben, aber ich weiß es nicht:

A propos: für Bilderfreunde: ich habe endlich meine Malaysia-Sammlung fertiggestellt: …bei flickr

Urlaub

…nein nein, nicht ich, noch nicht…mein blog, der hat sich mal ne Pause verdient, die bereits angefangen hat, wie ihr bemerkt habt. Bin in der vernetzten Welt derzeit kaum präsent und das wird auch noch eine Weile so bleiben, aber ich komme wieder, keine Frage!